Interview mit “NDR-Kind” Jens Wawrczeck beim Sprechplanet

Beim Sprechplanet gibt es ein Interview mit Jens Wawrczeck.

Der Erkenntnisgewinn für Fans hält sich natürlich in Grenzen, trotzdem gibt es ein paar interessante Details zu hören. Wawrczeck bezeichnet sich selbst als “NDR-Kind”, da er bekanntlich im NDR-Hörfunk mit Radiohörspielen anfing und dort bis heute hin und wieder zu hören ist. Er erzählt, dass die Hörspiele der öffentlich-rechtlichen Sender in der Schauspielwelt mehr Anerkennung haben als die kommerziellen Hörspiele.

Gleichwohl denkt er aber, dass Die drei ??? im öffentlich-rechtlichen Rundfunk so nicht möglich gewesen wäre. Er ist froh, dass er die Verantwortung für die Produktion und die Regie bei diesem “Mega-Projekt” nicht hat, da er dies als zu große Verantwortung empfindet. Die Hörspiele der Serie hört er sich aus Zeitgründen nicht an, weil sie “ein bisschen in Bernstein gegossen” sind und er die wenige Zeit lieber nutzt um Hörspiele zu hören, bei denen er sich selbst neu entdecken kann.

Hörbücher einzusprechen empfindet er als anstrengend und anspruchsvoll, unter anderem wegen der zeitlichen Begrenzung: “Nach vier Stunden lesen reicht es dann auch”. Für ihn sind sie daher eine Herausforderung. Prima Vista-Lesungen findet er sogar ein bisschen bedenklich, da durch Medien wie YouTube alles immer nachprüfbar geworden ist. Daher geht er sorgfältig damit um, welche Sachen er macht.

Zur Synchronarbeit hat er ein gespaltenes Verhältnis: Wie schon beim NDR sagt er, dass er es nicht versteht, “dass man eine fremde Stimme auf einen Menschen packt”. Er findet Synchron fragwürdig, weil die Stimme eines Menschen viel persönliches hat und jede Veränderung eine Verfälschung ist.

Er bemängelt, dass viele ehemalige Theaterschauspieler sich nicht mehr auf die Bühne trauen sondern in der Synchron-Dunkelkammer bleiben. Trotzdem synchronisiert er Patton Oswalt gerne, einen größeren Hollywoodstar möchte er aber nicht synchronisieren. Er findet es aber auch legitim, dass andere Schauspieler gerne ein Teil eines Hollywoodfilmes sein wollen.

Zum Schluss erfährt man, dass Jens aktuell ein Synchronbuch beendet und demnächst wieder zwei Hörbücher veröffentlichen will. Eine Musik-CD soll es noch in diesem Jahr oder Anfang nächstes Jahr geben, auch Theaterspielen möchte er wieder. Insgesamt will er aber versuchen etwas weniger zu arbeiten und genauer auszuwählen, welche Sachen er annimmt.

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