Die drei ??? (159) Nacht der Tiger

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(Original-Größe)

Story

Wer ist der unbekannte Auftraggeber im neuen Fall der drei erfolgreichen Detektive aus Rocky Beach? Wie von Geisterhand erscheinen verschlüsselte Botschaften auf dem Computerbildschirm in der Zentrale. Justus’ Ehrgeiz ist geweckt und die drei ??? beginnen zu ermitteln. Sie lösen die komplizierten Rätsel des Unbekannten und folgen seiner Spur. Dabei werden die drei Jungen immer tiefer in dubiose Machenschaften verstrickt. Als sich herausstellt, dass ein guter Freund von ihnen als Täter infrage kommt, stehen Justus, Peter und Bob vor einer schwierigen Entscheidung: Sollen sie ihren Freund ausliefern oder der Polizei die Wahrheit verschweigen? Justus fasst einen Plan – und die drei ??? entdecken das Unvorstellbare in der ‘Nacht der Tiger’…

Kritik

Man glaubt gar nicht, dass dies eine Sonnleitner-Folge ist: Die Geschichte ist nicht schlecht, es geht um eine Autoschieber-Bande. Sogar Inspektor Cotta wird verdächtig, mit drin zu stecken, was die drei Detektive zu einem Gewissenskonflikt bringt. Dieser ist gut umgesetzt, auch das Tempo ist klasse. Obendrein gibt es ein paar spannende Szenen.

Am Anfang wird ein Gag-Feuerwerk gezündet: Justus sagt, das Bob beim Bauchreden wie Gollum klingen würde – tatsächlich synchronisiert Bob-Sprecher Andreas Fröhlich Gollum in den “Der Herr der Ringe”-Filmen. Die Folge 25 “und die singende Schlange” wird erwähnt, in der Zentrale murmeln die drei Jungs dann auch noch “Fragen, Fragen, nichts als Fragen” von der alten Originalmusik. Am Ende wird ein Geheimnis um Cottas Vornamen gemacht.

Um ein paar Schönheitsfehler kommt die Folge aber nicht rum. Ein öffentliches Verzeichnis mit allen Beamten der örtlichen Polizei? Abwegig, wo Polizisten doch auf Anonymität bedacht sind. In der Vergangenheit gab es schon gefährliche Verfolgungsjagden, bei denen die drei Detektive in die Tiefe hätten fallen können. Jetzt wird eine Verfolgungsjagd in der Stadt abgebrochen, weil sie für Peter zu schnell ist? Das ist einfach nur unglaubwürdig.

Cottas Verhalten finde ich so verdächtig, dass die drei ??? eigentlich auf den Trichter kommen sollten, was vor sich geht. Auch die Ermittlungsarbeit, die hauptsächlich aus Einbrüchen bei den Verdächtigen besteht, finde ich (vorallem mit Blick auf die jüngere Zielgruppe) nicht gut. Als Cotta diese Einbrüche der Detektive am Ende kritisiert entgegenet Justus nur “Wir haben unsere eigenen Methoden.” Nunja, so kann mans auch nennen.

Auch die moderne Technik spielt eine Rolle. Schön, dass Bob auf die Wichtigkeit von Backups hinweist. Sehr gelungen ist auch die Erklärung von Justus, dass ein Systemadministrator der “Computerhausmeister” ist. Schrieb ich noch zu dem Geisterlampe-Special, dass bei Computer-Szenen nur Tastatur-Geräusche zu hören sind, gibt es diesmal endlich auch PC-Maus-Geräusche zu hören. Sehr gut! :-D

Die Sprecher leisten gute Arbeit, allerdings sticht niemand besonders heraus. Das liegt auch daran, dass die Nebenrollen wenig Text haben. Peter Weis spricht leider nur ein paar Worte, Michaela Mahlich als Cottas Schwester ist eine gute Wahl. Musik und Effekte passen zur Stimmung der Folge.

Technisch gibt es aber dann doch noch einen Patzer: In Track 9 gibt es eine Stelle, an der ein Dialog von Justus sehr dumpf klingt (02:19 – 03:24 Min.). Im Dreifragezeichen-Forum schreibt Corinna, dass der Fehler bei EUROPA nicht reproduziert werden konnte. Dafür haben sich dort auch Fans gemeldet, dass es bei der MC ebenfalls eine dumpfe Sequenz gibt, jedoch an einer anderen Stelle. Das ist vermutlich ein Fertigungsfehler beim Pressen gewesen.

Fazit

Solide Story, ein paar spannende Szenen, ein toller Gewissenskonflikt, mit dem die drei Jungs kämpfen. Es gibt einige Schwächen, insgesamt aber eine durchschnittlich gute Folge.

Die nächste Folge 160 “Geheimnisvolle Botschaften” kommt am 1. März und ist bereits hier bei Amazon vorbestellbar.

Details
Sprecherliste:
– Erzähler: Thomas Fritsch
– Justus Jonas: Oliver Rohrbeck
– Peter Shaw: Jens Wawrczeck
– Bob Andrews: Andreas Fröhlich
– Tante Mathilda: Karin Lieneweg
– Onkel Titus: Hans Meinhardt
– Inspektor Cotta: Holger Mahlich
– Caroline Cotta: Michaela Mahlich
– Morton: Andreas von der Meden
– Sergeant Donatelli: Peter Weis
– 1. Mann: Robin Brosch
– 2. Mann: Gerhart Hinze

Credits:
– Buchvorlage: Marco Sonnleitner
– Buch und Effekte: André Minninger
– Cover: Silvia Christoph
– Design: Atelier Schoedsack
– Musik: Christian Hagitte & Simon Bertling (STIL), Jens-Peter Morgenstern, Betty George, Jan Friedrich Conrad
– Redaktion und Geräusche: Wanda Osten
– Regie und Produktion: Heikedine Körting

Daten:
– Art: Hörspiel
– EAN: 886979232921
– Länge: 65:31 Minuten (11 Tracks)
– Preis: 6,99 € (1 CD)
– Verlag: EUROPA
– VÖ-Datum: 11.01.2013

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