ARD Radio Tatort (56) Tödliche Kunst

Die 93-jährige Enkelin eines jüdischen Fabrikanten stürzt in Stuttgart vom Hotelbalkon. Ein fremdenfeindlicher Anschlag – oder musste sie sterben, weil sie ein Gemälde von Otto Dix, das einst im Besitz ihrer Familie war, zurückforderte?

Eine Amerikanerin, ein Mord, ein Hotel, die Nazi-Zeit und eine überraschende Auflösung – das alles erinnert an den kürzlichen Berliner Radio Tatort Touristen. Wenn wir schon beim Vergleich sind: Touristen war, was den Anteil der Nazi-Geschichte angeht, besser.

Bei Tödliche Kunst gibt es neben der Nazi-Geschichte noch einen rechten Parteivorsitzenden, der auf seinem Parteitag Polizeischutz haben möchte. Hier setzen die Kommissare ein klares Zeichen, ohne es in Worte zu fassen. Das ist zwar toll, doch gleichzeitig fragt man sich, warum sich Tödliche Kunst nur um Nazis dreht.

Die Sprecher sind größtenteils auch in Ordnung, allerdings nervt das Schwäbeln auf Dauer etwas. Die Amerikaner sprechen hier, wie in vielen Hörspielen üblich, absolut unauthentisches denglisch.

Fazit

Wegen dem kurzen Abstand zu Touristen wirkt Tödliche Kunst wie ein schwäbischer Abklatsch des Berliner Radio Tatorts. Das Schwäbeln und der Pseudo-Dialekt der “Amerikaner” macht das alles nicht besser. Wer Touristen gut fand, kann auf diese Folge verzichten, ohne etwas zu verpassen. Dafür, dass der sonst so hochgelobte Fred Breinersdorfer Co-Autor der Geschichte war, ist diese Fogle doch ziemlich schwach.

Der Radio Tatort ist noch bis zum 15. Oktober 2012 als Download verfügbar:

MP3-Download (50 MB)

Details
Sprecherliste:
– Xaver Finkbeiner: Ueli Jäggi
– Nina Brändle: Karoline Eichhorn
– Klaus Schimmerling: Rüdiger Vogler
– Dr. Leuner: Rolf Kanies
– Harry Garner: Marcus Calvin
– Anna Fielding: Ernestine Khan
– Dan Hirsch: René Ash
sowie Bernd Gnann, Klaus Hemmerle, Markus Lerch, Florian von Manteuffel,
Marcus Michalski, Jens Winterstein

Credits:
– Länge: 54:44 Minuten
– Buch: Katja Röder, Fred Breinersdorfer
– Dramaturgie: Ekkehard Skoruppa
– Tontechnik: Rolf Knapp, Anke Schlipf
– Regie: Walter Adler
– Regieassistenz: Constanze Renner
– Produktion: SWR 2012

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