Vollplaybacktheater: Support-Aktionen nach Tour-Absage

Für Fans des Vollplaybacktheaters (VPT) war der 22. Januar wohl schockierend: An dem Tag musste das VPT die komplette restliche “Das VPT interpretiert Pulp Fiction”-Tour absagen. Die Wuppertaler warfen dem Tour-Management finanzielles Versagen vor:

Wir haben lange geprobt, wir haben eine Show am Start, die wir gerne für Euch alle gespielt hätten und haben in den letzten Wochen alles versucht, die Tour irgendwie zu retten. Keine Chance.
Wir können die aufgerissenen finanziellen Löcher nicht stopfen – da reicht nicht einmal der vollständige Verzicht auf unsere Gagen.

Wir sind maßlos enttäuscht und finden uns von unserem Agenten und Manager, mit dem wir 16 Jahre lang vertrauensvoll zusammengearbeitet haben, komplett verarscht und betrogen zurückgelassen.

Wir stehen fassungslos vor einem riesigen Scherbenhaufen, den wir noch nicht einmal selbst verursacht haben.


Die Absage ist deswegen bitter, weil ohnehin nur eine Hand voll Auftritte absolviert waren: Bereits im Dezember musste das Vollplaybacktheater mehrere Shows absagen, da ein Ensemble-Mitglied erkrankt war. Im Januar gab es weitere Auftritte. Eine Woche vor der Tour-Absage wurden Ersatztermine bekannt gegeben.

All Artist Entertainment UG

Derzeit ist sogar noch offen, ob die bereits gekauften Karten wieder erstattet werden. Sowohl das Vollplaybacktheater als auch die Veranstaltungsorte verweisen auf den Veranstalter, die All Artist Entertainment UG (HRB 12841, Amtsgericht Bochum), zu der außer der Anschrift (Hauptstraße 200, 44892 Bochum) keine Kontaktmöglichkeiten bekannt sind.

Das VPT hat sich zwar mit einer genauen Begründung zum Management bislang zurückgehalten, jedoch gab es im vergangenen Jahr einige Änderungen bei der All Artist Entertainment UG: Die zuvor unter “All Areas Entertainment UG” agierende Firma wurde im August letzten Jahres umbenannt und seit September gibt es mit Andreas Lünsmann einen neuen Geschäftsführer.

Der ehemalige Geschäftsführer Dirk Zimmer betreibt im selben Gebäude die Discothek “Matrix” und den Club “Rockpalast”. Derzeit ist auf der Startseite zu lesen:

Da wir im Moment von vielen von euch danach gefragt werden:
Wir, das Team von Matrix und Rockpalast, sind nicht Veranstalter der nun ausgefallenen Tournee des Vollplaybacktheaters.

Kunden, die ihre bereits gekauften Karten zurückgeben wollen, sollen sich bitte schriftlich an den Veranstalter wenden:
All Artist Entertainment UG, z.H. Geschäftsführer Andreas Lünsmann, Hauptstr. 200, 44892 Bochum

Die genannte Firma hat ihre Adresse zwar im Rahmen einer Bürogemeinschaft an der selben Anschrift wie wir, ist aber ansonsten nicht mit der Matrix verbunden. Sobald wir etwas Neues zum Vollplaybacktheater erfahren, werden wir das natürlich hier bekanntgeben.

In dem Facebook-Eintrag zur Ticket-Erstattung ist zu lesen, dass Mitarbeiter der All Artist Entertainment UG seit Wochen nicht mehr in den Büros waren. Der Tickethändler Eventim hat die Auskunft gegeben, dass die darüber bezogenen Tickets auf zwei Konten bezahlt wurden – eines existiert jedoch nicht mehr, sodass die Käufer, deren Geld auf das nicht mehr existierende Konto gelandet ist, auf ein Insolvenzverfahren warten müssen.

Mit anderen Worten: Firma und Mitarbeiter sind mit einem Teil der Vorkasse-Einnahmen untergetaucht. Unter den Umständen hilft es auch nicht, sich postialisch an All Artist Entertainment UG zu wenden – wahrscheinlich wird niemand den Brief lesen.

Support Your VPT

Doch es gibt auch erfreuliche Neuigkeiten. Letzte Woche konnte das VPT verkünden, dass die Shows in Wuppertal stattfinden werden. Diese Shows organisiert das VPT nämlich selbst. Die Shows am 13. und 14. März waren schon ausverkauft, doch Familie und Freunde spendeten die für sie vorbehaltenen Tickets, um das VPT zu unterstützen – mittlerweile sind aber auch diese weg.

Doch das VPT konnte zwei Zusatztermine organisieren, für die es noch Tickets gibt. Alle Termine finden in der Rudolf-Steiner-Schule in Wuppertal statt:

Das VPT, welches “gerade vor dem finanziellen Nichts” steht, hat auch preislich ein gutes Angebot: Man kann zwischen dem Normalpreis (20 Euro/Ticket), dem Supporterpreis (25 Euro/Ticket) und dem XXL-Supporterpreis (35 Euro/Ticket) wählen – bei letzterem gibt es einen Gratis-Button am Merchandisingstand. Außerdem wird über “Supporter-Bierpreisen, Requisitenversteigerungen beim Einlass und was uns sonst noch an schönen Support-Aktionen einfällt” überlegt.

Für diejenigen, die nicht kommen können aber das VPT unterstützen wollen, hat sich das VPT auch etwas ausgedacht: Diese können das VPT mit einem “Ich kann leider nicht kommen”-Ticket für 5 Euro kaufen, Bezahlung wahlweise als Überweisung oder über PayPal. Als Belohnung gibt es ein PDF-Ticket, welches man ausdrucken und zu Hause aufhängen kann.

Auch wenn das VPT diesmal mit Pulp Fiction einen Filmklassiker neu interpretiert – soweit ich gehört habe, tauchen auch dort Hörspielinhalte auf.

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