TKKG (183) Blindgänger im Villenviertel

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Story

Endlich Herbstferien! Klößchens Eltern gehen auf große Kreuzfahrt und haben ihren Sohn und seine Freunde gebeten, solange auf die Villa Sauerlich aufzupassen. TKKG haben es sich in ihrem komfortablen Feriendomizil gerade richtig gemütlich gemacht, als sie es Hals über Kopf auch schon wieder verlassen müssen: Alle Anwohner des Villenviertels werden von der Polizei aufgefordert ihre Häuser zu räumen, weil bei Sielbauarbeiten eine alte Fliegerbombe entdeckt wurde. Ein Blindgänger direkt vor der Haustür? Aufregend – doch irgendetwas stimmt an der Sache nicht…

Kritik

Dies ist das zweite TKKG-Hörspiel von Katja Brügger, und man fragt sich, was da passiert ist. Gleich zu Beginn unterhalten sich TKKG über Steven Kings “Es”. Der Film ist ab 16 Jahren freigegeben, genauso wie die Stirb-Langsam-Reihe, auf die mit dem Namen “John McClane” angespielt wird. TKKG waren zuletzt 14 Jahre alt, EUROPA gibt als Zielgruppe für TKKG ab 6 Jahre an. Die Hauptzielgruppe der Hörspiele darf also (offiziell) nicht einmal das sehen, worüber sich TKKG unterhält. Prima.

Und es geht weiter: Karl der Computer gibt fremden Leuten bereitwillig Auskunft über die Anwesenheit der Personen in der Sauerlich-Villa, scheinbar schläft sein Superhirn zu dem Zeitpunkt noch. Tim, der es mit jedem noch so finsteren Gangster aufnimmt, erschreckt sich plötzlich vor Ratten und heult beinahe, weil Gaby entführt wird. Das Telefonat von Gaby am Ende ist absoluter Quatsch, kein Wunder, dass es ihrem Vater da zu bunt wird.

Der Brüller ist aber, dass niemand von TKKG die Nummer von Kommissar Glockner kennt. Es ist die 183. Folge(!) und nicht einmal Gaby kennt die Dienstnummer ihres Vaters, obwohl sie sie schon zig Mal angerufen hat? Wo TKKG schon 16 Jahre alt sind, wenn man sich an die FSK-Regelung hält? Und als Klößchen an Tim sein Handy gibt, weil er die Nummer eingespeichert hat, kommt Tim nicht auf die Idee, die Nummer auch direkt bei sich einzuspeichern? Wo TKKG nicht selten Kommissar Glockners Hilfe braucht? Wer soll das denn glauben?

Einen kleinen Lichtblick gibt es: Gaby emanzipiert sich in der Folge ein bisschen, indem sie mit Oskar Gassi geht, obwohl es “stockdunkel” ist. Das ist auch ein Bruch mit der bisherigen Serie, aber wenn man sich schon mit Handys dem aktuellen Zeitgeschehen anpasst und die alten Folgen über Board wirft, sollte Gaby auch endlich mal raus aus ihrer Kleines-Mädchen-Rolle. Ausbaufähig wäre auch der Besuch im Luftbildarchiv gewesen, hier hätte man das ein oder andere zu Fliegerbomben erfahren können. Doch Wissen stand bei TKKG ohnehin nie im Vordergrund.

Die Sprecher sind soweit in Ordnung, besonders Gaby-Sprecherin Rhea Harder hat mir in der Folge recht gut gefallen. Wolfgang Draeger als Kommissar Glockner ist in seinen beiden kurzen Szenen nur über Telefon bzw. Funk zu hören, ich vermute, dass er nur per Telefon für Aufnahmen zur Verfügung stand. Wie gewohnt sind passende Zwischenmusiken und Effekte vorhanden.

Fazit

Eine vorhersehbare Geschichte, mit nicht mehr wiederzuerkennenn Hauptfiguren – diese Folge ist nicht einmal mehr für Fans zu empfehlen. Da hilft auch die tadellose Umsetzung nichts: Wenn das Script schlecht ist, ist es schlecht. Dass man sowas bei EUROPA durchwinkt, ist eine Schande.

Die nächste Folge erscheint am 27. September 2013. Hoffentlich ist diese Geschichte, geschrieben von Martin Hofstetter, besser.

Details
Sprecherliste:
– Erzähler: Wolfgang Kaven
– Tim: Sascha Draeger
– Karl: Niki Nowotny
– Klößchen (Willi): Manou Lubowski
– Gaby: Rhea Harder
– Kommissar Glockner: Wolfgang Draeger
– Professor Vierstein: Volker Bogdan
– Juwelier Andresen: Eberhard Haar
– Richie: Leonard Mahlich
– Bert: Daniel Welbat
– Ettel: André Minninger
und Oskar, der schwarz-weiße Cockerspaniel

Credits:
– Buch: Katja Brügger
– Effekte: André Minninger
– Produktion und Regie: Heikedine Körting
– Geräusche: Wanda Osten
– Redaktion: Maike Nagel, Wanda Osten
– Cover Illustration: Comicon S.L. – nach Artwork-Vorlagen von Reiner Stolte
– Rahmendesign: KB&B
– Gestaltung: Atelier Schoedsack
– “TKKG – Profis in spe”: Bonda / Büscher
– Musik: Tonstudio EUROPA

Daten:
– Art: Hörspiel
– EAN: 887654415622
– Länge: 59:28 Minuten (10 Tracks)
– Preis: 6,99 € (1 CD)
– Verlag: EUROPA
– VÖ-Datum: 26.07.2013

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2 Kommentare zu TKKG (183) Blindgänger im Villenviertel

  1. Ich mag ja TKKG eigentlich nicht, aber diese Folge scheint ja so dermaßen schlecht zu sein, dass sie schon fast wieder gut sein könnte. Deine Rezension liest sich so, als ob du kopfschüttelnd dagesessen hast und deine verbrannte Lebenszeit nach dem Hören zurück haben wolltest. Liege ich richtig? :-)

  2. Christian sagt:

    @Gregor: Jap, genauso war es. Das war der Todesflug-Effekt. ;-)

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